Freitag, 24. Januar 2014

Ich habe diesen Blog spontan begonnen und eine Weile hat es mir Freude gemacht, hier ein paar Touren zusammenzutragen. Allmählich bin ich zu der Überzeugung gelangt, dass diese Seite überflüssig ist. Wanderer finden überall im Netz gute und liebevoll zusammengestellte Informationen. Den Aufwand, der nötig wäre, um eine Seite zu füllen, die für Leser ein Gewinn ist, kann und möchte ich nicht treiben. Persönliche Eindrücke, Fotos, Beschreibungen - nicht nur von Wanderungen, sondern auch allgemeiner Art - sind künftig hier zu finden.

Sonntag, 18. August 2013

Von Zinnwald zum Mückenturm und zurück nach Geising

Wir waren mal wieder auf einer unserer Lieblingstouren unterwegs, die mindestens einmal im Jahr auf dem Programm steht. Der Linienbus des RVD fährt etwa eine Stunde von Dresden-Hauptbahnhof bis nach Altenberg. Dies ist eine wirklich gute Verbindung, wenn man zu einer Tagestour ins Osterzgebirge aufbricht. Dieses Mal fahren wir noch ein Stück weiter bis nach Zinnwald-Georgenfeld. Bis hierher führt eine breite Straße vorbei an dem ehemaligen Grenzübergang. Der relativ große Gebäudekomplex steht nun etwas verwaist in der Landschaft. Der Übergang von Zinnwald zum tschechischen Cínovec ist lediglich durch ein Schild markiert. Hier verlaufen mehrere Wanderwege, unter anderem der rot-weiß markierte Weg zum Mückenberg (Komáří hůrka). Dieser Weg führt uns bald von der Hauptstraße weg nach links an Wiesen und Grundstücken vorbei bis zur Kirche von Cínovec. Links vor uns liegt ein wunderschöner, klarer Weiher, in dem auch gebadet wird. Ringsum erstreckt sich eine hochmoorähnliche Landschaft. Wir gehen immer noch auf einer schmalen Straße, auf der viele Mountainbiker und einige Autos unterwegs sind. Bald haben wir schöne Ausblicke zum Geisingberg und zur gegenüberliegenden Traugotthöhe, der wir heute auch noch einen Besuch abstatten möchten. Aber zunächst geht es weiter an Wald, Wiesen und Moor entlang, bis der markierte Weg rechts herum in den Wald weist und wir endlich die Fahrstraße verlassen können. Auf diesem Weg gibt es immer wieder Tafeln mit zweisprachigen Informationen zur Landschaft, zur Geschichte der Gegend und den Einwohnern. Eine davon habe ich fotografiert. Dass wir nun im Ausland sind, merken wir nur daran, dass anders gegrüßt wird. Wie schön, dass wir jetzt so unkompliziert im Grenzgebiet wandern können! Plötzlich fallen uns rechts und links im Wald Müllhaufen auf. Das ist weniger schön, wenn man in so einer idyllischen Gegend auf illegale Mülldeponien trifft – was uns leider auch schon rund um Geising passiert ist. Als der Weg den Wald verlässt und über Wiesen führt, befinden wir uns ein Stück auf dem Europäischen Fernwanderweg und hier sind auch Wanderer außer uns unterwegs – einige mit sehr großen Rucksäcken, wie man sie auf Mehrtagestouren trägt. Weiter vorn – wir sind wieder im Wald angelangt – gabelt sich der Weg. Rechts herum geht es weiter zum Mückenberg, links herum, unmarkiert auf einer Art Forststraße, gelangt man auf den „Kahlen Berg“ (Lysá Hora – 836 m), zu meiner Überraschung ist er etwas höher als der Mückenberg. Im Winter werden diese Forstwege teilweise als Loipe genutzt, im Sommer ist es hier ziemlich einsam. Der Weg führt ein Stück unterhalb des Gipfels entlang, der Wald ist ziemlich dicht und wir möchten die Ruhe der Natur nicht stören. Am Fuß des Berges angekommen, sehen wir Fojtovice vor uns liegen. Rechts herum, wo wir gehen möchten, führt nur ein Pfad am Waldrand entlang. Wir entschließen uns, ein Stück zurück zu gehen, um den markierten Wanderweg wieder zu treffen, was uns auch glückt. Dass wir auf diese Weise ein paar Höhenmeter mehr absolvieren, ist uns sehr recht – schließlich soll uns diese Tour auf den bevorstehenden Alpenurlaub vorbereiten. Bald verlassen wir den Wald und der Mückenberg liegt direkt vor uns. Im „Bergstübchen“ etwas unterhalb des Gipfels können wir dem Blaubeerkuchen, einer erzgebirgischen Spezialität, nicht widerstehen – eine Einkehr dort, mit Ausblick auf die Vulkankegel des Böhmischen Mittelgebirges, ist sehr empfehlenswert. Auch auf dem Gipfel gibt es Einkehrmöglichkeiten. Der Mückenberg (808 m) ist ein beliebtes Ausflugsziel und deswegen meist gut besucht, weshalb wir uns nie lange auf dem Gipfel aufhalten. Schön ist nicht nur die Aussicht ins „Böhmische“ sondern auch Richtung Nordwesten nach Fürstenau und auf den Geisingberg. Hat man etwas mehr Zeit, ist die Fahrt mit der Seilbahn hinunter in den Ort Krupka ein Erlebnis. Wir gehen an der Straße entlang nach Fojtovice, wo man ebenfalls gut essen kann (U Pepy), wenn man das möchte. Wir wenden uns heute nicht direkt nach Fürstenau, sondern gehen weiter geradeaus ins Müglitztal. Dieser Weg ist nicht so bekannt und nicht beschildert oder markiert, aber es lohnt sich, ihn zu gehen. Er führt direkt zur Grenzschänke, wo früher ein Schlagbaum stand. Dies war damals kein Grenzübergang. Nach Aussage von Verwandten wurden gelegentliche Grenzübertritte der Anwohner meist geduldet, Touristen hatten aber mit Strafen zu rechnen. Die offizielle Grenzübergangsstelle war bei Fürstenau. Das Müglitztal ist hier sehr ruhig und einsam geblieben. Ein Großteil der Häuser von Voitsdorf wurde nach dem Zweiten Weltkrieg zerstört und nur am Anfang und Ende dieses Talabschnittes stehen einige noch heute bewohnte Häuser. So schön der Weg hier ist: die Tragik der damaligen Ereignisse ist noch gegenwärtig und manchmal denke ich mir, es sollten Gegenden erhalten bleiben, in denen Menschen nicht wirken können. Die Grenzschänke markiert sozusagen das Ende dieses unmittelbar entlang der Grenze verlaufenden Weges. Sie wird heute nicht mehr betrieben. Früher war sie sehr wichtig für die Versorgung der Anwohner und Gäste des Ortes Gottgetreu/Müglitz. Wir gehen zunächst weiter entlang der Straße durchs Müglitztal und nehmen dann den Weg am Waldrand entlang hinauf nach Gottgetreu. Dieser Ort ist so hübsch wie abgelegen und ich habe ihn nur durch meine „angeheiratete“ Verwandtschaft kennengelernt, worüber ich allerdings sehr froh bin. Die Begeisterung meines Mannes für die sanften Höhen und den weiten Blick, den man hier hat, teile ich heute. Es ist eine Gegend, in der man sich wahrlich erholen kann, selbst wenn nur kurz verweilt. Wir schauen uns den Ort an und gehen dann weiter an der Straße entlang nach Fürstenau. Diese Straße wird im Winter immer wieder in den örtlichen Nachrichten erwähnt, weil sie oft auf Grund von Schneeverwehungen gesperrt ist. Auch die ohnehin selten verkehrenden Busse fahren dann nicht. In Fürstenau zweigt ein Stück hinter der Kirche ein markierter Weg zur Traugotthöhe (806 m) ab. Man sollte bei der Kilometerangabe nicht erschrecken: irgendjemand hat das Komma hinter der 1 entfernt, so dass man beim ersten Blick meint, man hätte 10 Kilometer vor sich – dem ist nicht so. Die Wiesen des Osterzgebirges stehen unter besonderem Schutz und wenn man hier unterwegs ist, spürt man, warum. Besonders schön blühen die Wiesen normalerweise im Juni. Die Traugotthöhe gehört zu den weniger bekannten „Achttausendern“ des Osterzgebirges (Angabe in Dezimetern), aber die Werbung für diese Berge zeigt Wirkung: man trifft doch mehr Wanderer auf den Höhen an als früher und neuerdings gibt es eine kleine Bank oben auf der Traugotthöhe. Die Aussicht ist auch hier sehr schön und es lohnt sich, die paar Meter hinauf zu gehen. Wir entschließen uns, einer Fahrstraße von Erntefahrzeugen Richtung Geising zu folgen, legen einen schönen, ruhigen Wegabschnitt mit Ausblick zur Kohlhaukuppe zurück und gelangen schließlich auf einen markierten Weg nach Geising, von wo aus wir mit dem Schienenersatzverkehr nach Heidenau und von dort aus mit der S-Bahn zurück nach Dresden fahren. Wir freuen uns schon darauf, dass die Müglitztalbahn bald wieder fahren wird, was immer ein besonderes Erlebnis ist. Bei dieser Wanderung haben wir insgesamt 26 Kilometer zurückgelegt, 610 Höhenmeter im Aufstieg und 860 Höhenmeter im Abstieg. Hier sind noch ein paar Fotos.

Montag, 31. Dezember 2012

Die letzte Wanderung dieses Jahres

führte uns gestern von Kreischa aus über Maxen, Mühlbach im Müglitztal, über Teufelskoppe und Höllengrund vorbei über eine Anhöhe namens Dreiberge nach Hausdorf, von dort aus nach Reinhardtsgrimma und über den Wilisch zurück zu unserem Ausgangspunkt. Ich liefere hier keine genaue Tourenbeschreibung, weil wir oft von markierten Wegen abgewichen sind. Teilweise endeten Wege, die zunächst gut ausgesehen haben, teils gingen wir nach Gefühl, weil gar nicht ausgeschildert war, und zeitweise kürzten wir querfeldein ab. Manche Wegabschnitte waren durch umgestürzte Bäume nur schwer zu begehen. An Straßen entlang kann man kaum etwas falsch machen, aber das mögen wir nicht so gern. Diese Tour bot uns eine schöne, ruhige Landschaft und das Querfeldeingehen an relativ steilen Hängen, das Queren von Bächen und die Orientierung im Gelände, das weniger gut ausgeschildert ist, gestalteten diese Wanderung im Erzgebirgsvorland doch etwas anspruchsvoller, als wir gedacht hatten. Es müssen um die 24 Kilometer gewesen sein und durch die anspruchsvollen Elemente hat die Wanderung richtig Spaß gemacht. Mit einem Ausblick vom Wilisch verabschiede ich mich für 2012 und hoffe auf schöne Touren im kommenden Jahr.

Samstag, 20. Oktober 2012

20.10.12 Über vier Gipfel von Königstein nach Krippen, ca. 26 km

Dieses sonnige Herbstwochenende muss genutzt werden, und wir haben Lust auf das eine oder andere Gipfelchen in der Sächsischen Schweiz. Unser jüngster Sohn begleitet uns heute; wir möchten ihm ein schönes Erlebnis gönnen. Unsere Kinder haben als Teenager sehr bald Familienwanderungen verweigert, und auch wir hielten nie viel von Pflichtveranstaltungen. Wenn sie nun als über Zwanzigjährige ab und an mal mitkommen, freut uns das natürlich. Felsen mit vielen Aussichtspunkten kommen immer gut an. Unsere Wanderung beginnt im Ort Königstein, über dem sich die gleichnamige Festung erhebt. Wir folgen ein Stück der Straße nach Rosenthal-Bielatal und finden bald den grün markierten Wanderweg zum Pfaffenstein, den wir gehen möchten. Nach wenigen Metern führt er uns bergauf nach Pfaffendorf. Wir müssen zunächst aus dem Elbtal aufsteigen und befinden uns bald auf einer Hochebene. Links vor uns liegt der Pfaffenstein, und außer uns sind viele Wanderer dorthin unterwegs. An einer Wegkreuzung müssten wir uns nun links wenden, aber uns interessiert ein Hinweisschild auf den Quirl, einen Tafelberg rechts von uns, der dem Königsstein genau gegenüberliegt und deswegen von strategischer Bedeutung war. Ein Weg zum Quirl ist ausgeschildert. Wir haben Lust, uns von den anderen Wanderern zu separieren und zunächst auf den Quirl zu gehen. Die Höhlen am Quirl, von denen die Hinweistafel kündete, locken uns ebenfalls. Unser Weg führt an Gärten vorbei und in den Wald hinein. Allmählich geht es bergan. Wir folgen dem Wegweiser „Diebskeller, Quirlpromenade, Pfaffenstein“, was bedeutet, dass wir den Quirl wohl umrunden werden. Am Fuße des Felsens sehen wir geräumige Höhlen und auch Reste einer Befestigungsmauer. Am liebsten würden wir die paar Meter zum Gipfelplateau gleich hochklettern, gedulden uns aber und gehen weiter auf dem „Promenadenweg“, einem schmalen und romantisch wirkenden felsigen Pfad. Hier ist niemand außer uns, und wir sind sehr angetan von unserem Abstecher. Als wir uns dann auf der westlichen Seite befinden und immer noch kein markierter Abzweig nach oben kommt, schauen wir uns das Gelände genauer an. Das Gipfelchen reizt uns und bald sehen wir eine Stelle, wo man gut hochsteigen könnte. Kurzentschlossen gehen wir nach oben, und nach einigen steilen, aber ungefährlichen Metern treffen wir auf einen Pfad, der uns hinauf und weiter rund ums Gipfelplateau führt. Vor uns befindet sich ein Felspfeiler mit Gipfelbuch, und wir schauen Richtung Königstein, haben allerdings keine gute Sicht, denn diese wird von Bäumen versperrt. Der Gipfel ist offensichtlich nicht so bekannt und begangen, obwohl er sich so nahe an beliebten Ausflugszielen wie dem Königstein und Pfaffenstein befindet. Das ausgedehnte, bewaldete Plateau wirkt still und abgeschieden, aber wir bemerken sowohl Fußspuren als auch zertretene Pilze und ein Netz von ungewöhnlich breiten und sehr ebenen Wegen. Wir sind gespannt, ob wir einen guten Abstieg finden oder uns irgendwie hinunter mogeln müssen. Unsere Sorge erweist sich als unbegründet: der Hauptweg über den Gipfel führt ebenso breit und bequem nach unten, ist sogar markiert, und die Bezeichnung „Kanonenweg“ spricht für sich. Unten am Hang befindet sich auch eine große Tränke. Auf dem rot markierten Weg zum Pfaffenstein treffen wir wieder Wanderer. Wir gehen nun nicht wie geplant durchs „Nadelöhr“, was sehr interessant klingt, hinauf, sondern wir wählen den bequemen Weg über den „Ringwall“, was ebenfalls auf frühere Befestigungen hinweist. Ich habe nur wenige Erinnerungen an den Pfaffenstein. Man ist relativ schnell oben am Aussichtsturm, den man durchaus besteigen sollte (es lohnt sich), es gibt ein empfehlenswertes Restaurant, in dem wir rasten, und eine Menge zu sehen. Der Pfaffenstein besteht aus sehr imposanten Sandsteinfelsen und eröffnet die Sicht auf die Barbarine, eine Felsnadel, auf die heute niemand mehr klettern darf. Dass sie das Wahrzeichen der Sächsischen Schweiz ist, wusste ich – offen gestanden – nicht – ich hätte angenommen, die Bastei sei das Wahrzeichen – aber damit lag ich falsch. Vom Pfaffenstein aus gehen wir weiter durch den Wald Richtung Papststein (Wanderweg ist ausgeschildert). Ich neige dazu, beide Gipfel zu verwechseln, und werde mir immer wieder die Unterschiede ins Gedächtnis rufen müssen! Ein Abzweig weist auf den Gohrisch hin und da wir ihn gern besteigen möchten, gehen wir dort entlang. Der Weg führt mal vorwärts und mal zurück durch den Wald. Wir können ihn leider nicht genau nachvollziehen, da uns GPS am Pfaffenstein im Stich gelassen hat und wir den weiteren Verlauf nur schätzen können. An einer Kreuzung entscheiden wir uns für den Weg zum Gohrisch-Stein (und nicht zum Ort). Ich war als Kind mal in dieser Gegend im Urlaub, weiß noch, dass ich auf allen Gipfelchen war, aber meine Erinnerungen sind doch sehr lückenhaft. Von nun an ist der Weg zum Gohrisch gut ausgeschildert. Wir treffen immer mehr Wanderer und bald gabelt sich der Weg in „schwierig“ und „leicht“. Wir entscheiden uns für den leichten Aufstieg, der nichts Ungewöhnliches außer ein paar kurzen Leiter-Abschnitten zu bieten hat. Der Gohrisch ist im Gipfelbereich sehr zerklüftet und bietet somit viele kleine und durchaus interessante, pittoreske Aussichtspunkte. Der höchste Punkt (448 m) ist gekennzeichnet, die Aussicht ist grandios. Ich wusste seit den Ferien damals nicht mehr ansatzweise, wie faszinierend er ist. Die beiden Männer, mit denen ich unterwegs bin, sind nach wie vor gut zu Fuß und meine Sorge betreffs des jüngsten Sohnes erweist sich als vollkommen unbegründet: er könnte, vermute ich, uns alle abhängen – zumindest aber mich. Freilich ist er auch ein besonders aufmerksamer Begleiter: wir sollten ihn öfter mitnehmen! Wir hätten die Tour zuvor schon abkürzen können, aber nun möchten wir auch auf den Papststein wandern, den wir vom Gohrisch aus schon gut sehen konnten – die Gipfel stehen einander gegenüber. Wir gehen hinunter zum Parkplatz Papststein, von dort aus weiter auf dem markierten Weg hinauf. Wegen der guten Parkmöglichkeiten, des Restaurants auf dem Gipfel und des breiten, komfortablen Weges (bei Dunkelheit sogar beleuchtet) sind hier viele Leute unterwegs. Wir besuchen die Aussichtspunkte des Felsens, ohne das Restaurant auszuprobieren, das sicher gut ist (dies lässt der Knoblauchduft erahnen) und wandern dann hinunter Richtung Krippen. Am Wildgehege geht man besser rechts herum, um nach Krippen zu gelangen. Links herum geht es – wie wir ausprobiert haben – nach Kleinhennersdorf. (Der Kleinhennersdorfer Stein wäre auch einen Abstecher wert, ebenso der Kohlbornstein bei Krippen). Wir aber sind zufrieden für heute. Unser Weg führt uns nach Kleinhennersdorf, von dort aus nach Krippen. Am Kellerfels vorbei geht es schließlich auf Treppenstufen hinunter in den Ort – die Fahrstraße hätte man auch nehmen können. Welcher der heutigen Gipfel ist nun mein Favorit? Ich kann mich nur schwer entscheiden! Der unmarkierte Aufstieg zum Quirl war interessant, der Gipfel ein besonderes Erlebnis: dichter Wald, durchdrungen von einzelnen Sonnenstrahlen. Der Pfaffenstein mit seinen interessanten Felsen – auch sehr schön, die Barbarine muss man gesehen haben! Mein Favorit ist der Gohrisch: obwohl ich ihn von früher her kannte, habe ich ihn unterschätzt: er ist weniger von Stiegen und Geländern verbaut als andere Gipfel, ein richtiger kleiner Abenteuerfelsen - auch für Kinder ein Erlebnis! Der Papststein rundete die Tour ab, und als wir zurück blickten, konnten wir von ihm aus die drei anderen Gipfel gut erkennen. Kleinhennersdorf und Krippen sind auch sehr schöne Orte, aber die S-Bahn fährt von Krippen aus leider nur stündlich. Fotos

Montag, 27. August 2012

26.8.12 Von Altenberg zum Mückenberg und zurück nach Geising ca. 27 km

Bei unseren letzten Wanderungen habe ich an Aussichtspunkten immer etwas sehnsüchtig nach dem Geisingberg Ausschau gehalten. Heute wollen wir nun im Osterzgebirge wandern. 7.44 Uhr fährt die Linie 360 des RVD vom Hauptbahnhof direkt nach Altenberg. Dies wollen wir ausprobieren und das bedeutet frühes Aufstehen am Sonntag. Die schöne Morgenstimmung und die Aussicht auf eine Tagestour entschädigen dafür. Der Bus ist eine Stunde unterwegs. Wir genießen es, durch die Orte zu fahren. Vom Possendorfer Berg aus hat man einen überwältigenden Ausblick über das Elbtal und die Sächsische Schweiz. Wolken ziehen heran, das Wetter soll unbeständiger werden, aber in unserer Richtung ist es noch hell und freundlich. Wir hoffen, dass uns noch ein schöner Tag bleibt. Am Bahnhof Altenberg angekommen, müssen wir unsere Jacken überziehen; es weht ein frischer Wind. Es gibt ein kurzes Frühstück im Stehen – zum Sitzen ist es zu ungemütlich. Als wir losgehen, kommt die Sonne heraus und es wird angenehmer. Wir gehen durch den Ort Richtung Bergbaumuseum, wenden uns an der Straße, die nach Zinnwald führt, rechts herum und überqueren sie an dem kleinen Einkaufszentrum, das sich auf der anderen Seite befindet. Dort am Ende des Parkplatzes führt ein Pfad zum Aschergraben, über den man nach Zinnwald gelangt und von dem aus auch Wege nach Geising abzweigen. Wir sind hier schon oft entlang gewandert und freuen uns, diese Strecke zu gehen, die immer wieder Urlaubsgefühle aufkommen lässt. Es geht am Goethe-Denkmal vorbei und ehe der Weg einen Rechtsbogen macht, verlassen wir ihn: ein markierter Pfad führt hinunter zur Bergarbeitersiedlung. Als wir den Wald verlassen, scheint die Sonne schon sehr warm, und wir müssen die Jacken wieder im Rucksack verstauen. Diese Prozedur wird sich während der Tour häufig wiederholen. Nun geht es ein Stück zurück in den Ort, aber bald finden wir den Wegweiser zur Kohlhaukuppe und zum Hüttenteichbad und lassen Geising wieder hinter uns. Diese Gegend ist für uns Urlaubs-, Kurzurlaubs- und Ausflugsheimat. Hierher ziehen möchten wir nicht, aber regelmäßig wiederkommen. Unterkünfte findet man immer, auch kurzfristig. Wir gehen durch das wunderschöne Erdbachtal, und weil wir Richtung Fürstenau wandern möchten, biegen wir einige Meter vorm Silberstollen links ab, wo der Weg den Hang hinauf führt. Bald kommen wir wieder aus dem Wald heraus und haben weite Ausblicke über das Land, nach Altenberg, zum Geisingberg und nach Fürstenau. Der Himmel ist blau, und die Sonne scheint, nur ab und an ziehen Wolken vorbei. Ein Wegweiser zeigt die Richtung zur Traugotthöhe, einem der "Achttausender des Osterzgebirges" (in Dezimetern). Die Traugotthöhe ist ein unscheinbares, noch wenig begangenes, aber sehr lohnendes Gipfelchen mit einem herrlichen Rundblick. Auf der anderen Talseite ist schon Tschechien, und man kann den Mückenberg bereits gut sehen. Er wird unser nächstes Ziel sein. Sehr schön ist auch der grenzüberschreitende Wanderweg von Zinnwald zum Mückenturm, der auf der anderen Seite verläuft. Unser Weglein führt zunächst nach Fürstenau und von dort aus weiter zum ehemaligen Grenzübergang. Auf der tschechischen Seite geht es geradeaus weiter nach Fojtovice. Es ist eine Freude, zu sehen, wie der Ort allmählich aufblüht, aber viele Häuser stehen auch zum Verkauf. Offenbar richtet man sich auf Touristen ein – der Mückenberg ist ein beliebtes Ziel. An schönen Tagen kommen Ausflügler aus allen Richtungen dorthin. Wir finden ein aussichtsreiches Plätzchen für eine Rast, die wir nun auch nötig haben. Das Wetter ist durchwachsen, aber noch sieht es gut aus! Gegen 13 Uhr brechen wir auf und wandern nun durchs Müglitztal. Der Weg ist nicht ausgeschildert. Statt der Straße zu folgen, geht man einfach den Weg geradeaus weiter. Das Müglitztal ist hier noch sehr unberührt; Häuser gibt es nicht mehr, nur Wald, Wiesen und ein wenig Landwirtschaft. Der Weg führt nach Müglitz. Die Grenzschänke ist heute keine Gaststätte mehr. Daran hat sich in den letzten Jahren nichts geändert. Schade eigentlich, sie ist doch recht abgelegen. Wir gehen von Müglitz aus am Hang hinauf nach Gottgetreu und machen noch eine kleine Pause. Uns interessiert der Zeidenweidelweg, der genau Richtung Löwenhain führt. An der Straße entlang nach Fürstenau und weiter nach Löwenhain läuft es sich nicht so gut. Der Waldweg ist gut zu finden; er macht ein paar Biegungen und dann folgen wir dem ausgeschilderten Reitweg, auf dem man zunächst gut wandern kann. An einer Kreuzung könnten wir rechts herum nach Unterlöwenhain gehen, links herum geht es Richtung Oberdorf. Löwenhain ist sehr langgezogen und deshalb nehmen wir den linken Abzweig. Er führt uns zur Fürstenauer Straße. Laut Karte soll es jenseits der Straße weitergehen, aber der Weg durch den Wald ist in schlechtem Zustand, so dass man ihn zunächst nicht als solchen erkennt. Aber der bergauf zeigende Wegweiser mit der Aufschrift „Fichtenweg“ lässt keinen Zweifel daran, dass es hier zumindest einmal weiterging. Wir versuchen es, steigen hinauf durch Brennesseln und Brombeergestrüpp. Es gibt einige solcher wenig begangenen Wege im Osterzgebirge, die wahrscheinlich nicht mehr gepflegt werden und allmählich zuwachsen. Wir kommen dennoch ganz gut voran und weiter aufwärts am Hang wird der Weg besser. Er führt um die Klengelkuppe herum. Oben angekommen, wird uns klar, warum dieser Weg so verwildert ist: der Waldboden ist über einem alten Stollen eingebrochen und links und rechts des Weges abgesperrt. Der Weg führt aus dem Wald heraus und wir befinden uns kurz vor Löwenhain. Ein Weg über die Wiese ist nicht mehr zu sehen, aber wir folgen den Hufspuren der Pferde, die noch zu erkennen sind. Tatsächlich gibt es eine unbebaute und nicht eingezäunte Stelle, über die wir zur Straße gelangen. Dann geht es noch einige Meter an der Straße entlang. Der kürzeste Weg nach Geising führt ein Stück über eine Wiese und von dort aus durch den Wald, bis er am Ortseingangsschild wieder die Löwenhainer Straße trifft. Den letzten Abschnitt der Tour von Gottgetreu nach Geising fand ich ziemlich anstrengend und konnte das gar nicht begreifen. Aber gerade weil wir die Gegend so gut kennen, hatten wir die Entfernungen, die wir zurücklegten, unterschätzt. Die Aufzeichnung über Satellit erwies, dass wir über 27 Kilometer gewandert sind. Wieder ein ausgefüllter Tag bei angenehmem Spätsommerwetter, das sich auch bis zu unserer Rückkehr nach Dresden gehalten hat! Das Osterzgebirge ist anders als die Sächsische Schweiz, für uns immer wieder ein Ziel, das Erholung , viel Weite und sanfte Naturschönheit bietet. Den Rückweg legten wir mit der Müglitztalbahn zurück; auch ein Erlebnis.

Sonntag, 19. August 2012

18.8.12 Rundwanderung Bad Schandau, Schrammsteine, Kirnitzschtal, ca. 30 km

Ich hatte mir eine richtige Alpen-Vorbereitungstour gewünscht und nun hat es recht spontan geklappt! Die Strecke hatten wir nicht vorab geplant. Wir wollten ein ganzes Stück im Kirnitzschtal wandern, aber ich wollte gern auch ein wenig Gipfelfeeling und war dafür, zumindest einen Abstecher zur Hohen Liebe (was für ein schöner Name!) zu machen. Auf die Hohe Liebe werden wir ein andermal gehen, aber Gipfelerlebnisse hatten wir dennoch! In Bad Schandau nehmen wir den Aufzug hinauf zur Ostrauer Scheibe, bestaunen zunächst die Luchse dort oben im Gehege und gehen dann weiter, vorbei an einigen leer stehenden und vielen bewohnten Häuschen sowie einem Hotel. Von hier oben aus hat man schon einen herrlichen Blick zu den Schrammsteinen und zum Falkenstein. Mehrere Wanderwege beginnen hier und wir entschließen uns, Richtung Schrammtor zu gehen. Der Weg führt uns aus dem Ort heraus und in einen kleinen Grund hinein. Dann müssen wir uns entscheiden: blau markiert geradewegs zu den Schrammsteinen oder grün markiert durch den Schießgrund und ebenfalls zu den Schrammsteinen. Wir entscheiden uns für Letzteres. Zunächst kommen wir zur Schrammsteinbaude, in der man sicher gut übernachten kann, und nach ein paar Metern geht es auf dem markierten Weg kontinuierlich bergauf. Bald können wir das Schrammtor sehen, und nicht lange danach passieren wir es. Über den Wildschützensteig geht es dann nach oben zur Schrammsteinaussicht. Man darf ihn nur bergauf gehen, was auf Spannendes hoffen lässt. Der Einstieg sieht zunächst etwas abenteuerlich aus, aber dann geht es gut über Leitern nach oben. Es ist noch Vormittag, und der Weg zur Schrammsteinaussicht ist noch nicht allzu überlaufen. Hier oben gibt es faszinierende Wegabschnitte über Felsen mit sehr viel Aussicht, aber immer gut abgesichert durch Leitern und Geländer. Nach einer Pause folgen wir nun dem blau markierten, vielversprechenden Gratweg über die Schrammsteine. Es gibt atemberaubende Ausblicke, Leitern, viel Fels und Panorama – und ab und an muss man auch die Hände zu Hilfe nehmen. Was für eine faszinierende Strecke! Ich bedaure es, zuletzt als Kind hier gewesen zu sein. Dresdens Umgebung ist nicht einmal für Ortsansässige angemessen abzulaufen! An der Breiten Kluft angekommen, entscheiden wir uns, weiter über den Malerweg zum Großen Winterberg zu gehen. Wir erreichen den Kleinen Dom. Dort könnte man sehr gut rasten, wir gehen jedoch weiter. Über die Heilige Stiege könnte man relativ schnell hinunter nach Schmilka gehen, und sie ist auch ein attraktiver Streckenabschnitt, aber wir kennen sie schon und folgen der blauen Markierung weiter zum Großen Winterberg. Erst kurz vor dem Gipfel entscheiden wir uns neu: wir gehen über den Rosssteig zum Zeughaus. Eine Dreiviertelstunde braucht man laut Wegweiser, mir kommt der Weg länger vor. Gegen 13.30 sind wir am Zeughaus und machen eine längere Pause. Ich ziehe die Wanderschuhe aus und kühle die Füße im Gras. Der Blick auf die Karte wirkt ernüchternd: welchen Weg wir auch nehmen – er wird weit und anstrengend sein. Nach einigem Überlegen entscheiden wir uns für eine Wanderung durchs Kirnitzschtal. (Möglich wäre auch der Rückweg nach Schmilka vorbei am Hinteren Raubschloss und über Kleinen- sowie Großen Winterberg.) Wir gehen zunächst die Zeughausstraße entlang, nehmen aber bald den Abzweig zur Neumannmühle und ins Kirnitzschtal hinein. Hier in dieser romantischen Schlucht ist das Klima sehr angenehm. Nach zwei Kilometern sind wir im Kirnitzschtal angekommen und nehmen den Flößersteig, mit „schwierig“ bezeichnet. Er wird uns etwa zweieinhalb Stunden an der rechten Seite des Kirnitzschtals entlang führen (von Schandau aus gesehen); Felsen und Wald bieten einen idealen Schutz vor der Sommerhitze. Die vielbefahrene Straße durchs Kirnitzschtal wäre keine wirkliche Alternative! Wir lassen uns von der Zeitangabe nicht sonderlich beeindrucken: vielleicht sind wir ja schneller! Zeitweise lästern wir, denn der Flößersteig hat durchaus harmlose Abschnitte, wo auch Familien mit kleinen Kindern gut wandern können. Insgesamt ist es aber ein Weg, der die Bezeichnung „Bergpfad“ durchaus verdient. Er folgt der Kirnitzsch in unmittelbarer Nähe, dann entfernt er sich, führt steil nach oben, bis man das Flüsschen tief unter sich liegen sieht. Das Hochwasser im Jahr 2010 hat im Kirnitzschtal große Schäden hinterlassen und im vergangenen Jahr war der Flößersteig noch teilweise gesperrt. Wir freuen uns nun, ihn wieder begehen zu können – und eigentlich wollen wir die Strecke nicht durch eine Fahrt mit der Kirnitzschtalbahn abkürzen, was zwar hübsch wäre, aber nicht annähernd so interessant wie die komplette Wanderung. Zeitweise ist der Steig unwegsam mit vielen kleinen und größeren natürlichen Hindernissen, und manchmal muss man sich mit den Händen ein wenig abstützen. Wanderer, die halbwegs konditioniert und trittsicher sind, werden ihn lieben! Zudem ist es ein Lehrpfad, der immer wieder Informationen bietet. Wir gehen so flott wir können und sind eine halbe Stunde früher als ausgewiesen am Lichtenhainer Wasserfall. Die eingesparte Zeit verbringen wir dann dort im Biergarten. Ein kühles Bier ist jetzt genau das Richtige. Ich bleibe bei alkoholfreiem, und die Pause gibt Kraft für die letzten 1 ½ Stunden. Auf diesem Wegabschnitt gibt es nun eine wirklich schwierig zu nennende Passage: steil und mit Kettensicherungen versehen, die man auch nutzen sollte, weil es nicht nur felsig, sondern auch glitschig ist. Hinter der Ostauer Mühle verläuft der Flößersteig als unschwieriger Wanderweg weiter auf der anderen Talseite bis nach Bad Schandau. Wirklich anstrengend sind die letzten Meter entlang der Straße bis zur Fähre. Was für eine Tour! Ganz viel Sächsische Schweiz mit allem, was sie zu bieten hat! Geht man die Strecke in der erwähnten Reihenfolge, kann man sie auch an warmen Sommertagen gut bewältigen, wenn man die sonnenbeschienenen Höhen am Vormittag mitnimmt und die schattigen Wege am Nachmittag geht. 30 Kilometer fordern den Wanderer einen ganzen Tag lang – bei uns waren es sechs Stunden reine Gehzeit - sie hinterlassen aber auch einen bleibenden schönen Eindruck.

Sonntag, 12. August 2012

12.8.12 Hřensko-Prebischtor-über Wilde Klamm/Edmundsklamm zurück nach Hřensko, ca. 15 km

Endlich wieder wandern! In den letzten Wochen war es entweder zu schwül und gewittrig oder zu regnerisch, und demzufolge konnte ich die heutige Tour kaum erwarten. Mein Mann möchte gern mal wieder zum Prebischtor wandern, und unsere beiden älteren Söhne entschließen sich, uns zu begleiten. Wir beginnen die Wanderung in Hřensko, nachdem wir von Schöna aus mit der Fähre über die Elbe gefahren sind. Zunächst läuft man auf einem schmalen Fußweg aus dem Ort heraus und entlang der Straße noch ein Stück weiter. Dieser Abschnitt ist weniger angenehm, aber nach einer Weile zweigt der rot-weiß markierte Wanderweg links ab und es geht von nun an relativ gleichmäßig bergan. Die beiden jungen Männer geben ein gutes Tempo vor und somit ist es für uns auch ein kleines Training vor unserem Alpen-Urlaub in drei Wochen. Ich sehne mich schon wie verrückt danach, und am liebsten hätte ich heute eine Tour über mehrere Erhebungen mit einigen Kilometern und Höhenmetern mehr gemacht, aber bald erfreue ich mich auch an den wunderschönen Ausblicken in die Böhmische Schweiz und an dem schönen Wanderwetter. Der Weg ist nicht nur gut ausgeschildert, sondern auch sehr beliebt und gut begangen, so dass man ihn gar nicht verfehlen kann. Unterhalb des Prebischtores ist Gelegenheit zur Rast, aber wir gehen zunächst noch zu den etwas höher gelegenen Felsen, wo es viele schöne Aussichtspunkte gibt. Wieder zurück gekehrt, machen wir eine kleine Pause. Danach geht es weiter auf dem Gabrielensteig nach Mezni Louka (Rainwiese). Der Gabrielensteig ist ebenfalls gut ausgeschildert und beliebt. Man läuft unterhalb beeindruckender Felswände entlang. In Mezni Louka angekommen, folgt man dem großen Hinweisschild „Wilde Klamm“. Ich muss gestehen, ich war nicht sonderlich erpicht auf die Kahnfahrerei. Als Kind war ich immer mal dabei, wenn wir Verwandte mit auf diese „Vorzeigetour“ genommen haben. Aber als wir ins Tal des Flüsschens Kamenice kommen, ändere ich doch meine Meinung. Wir befinden uns in einer wunderschönen, romantischen Schlucht, in der es auch recht still ist. Der Wanderweg führt oberhalb des Flusses über Eisen hinweg, die in den Fels eingesetzt wurden. Man hat so einen guten Überblick über dieses faszinierende Tal und staunt immer aufs Neue über die Schönheit, die sich nach jeder Biegung offenbart. Und dann kommt der Abschnitt, wo man nicht mehr wandern kann, sondern nur noch per Kahn weiter kommt. Man bezahlt derzeit 3,50 € pro Person und bekommt während der Fahrt auch einiges über die Landschaft und die Tierwelt erzählt, die Felsen werden mit Namen benannt und es gibt auch den einen oder anderen Gag zur Unterhaltung. Nach 500 Metern mit dem Kahn geht es wieder zu Fuß weiter; der Weg wird noch etwas spektakulärer, weil er teilweise durch kleine Tunnel führt. In manchen dieser Tunnel ist es stockdunkel; da hätte ich gern meine Stirnlampe dabei gehabt. Die nachfolgende Fahrt durch die Edmundsklamm dauert geringfügig länger; die Strecke ist einen Kilometer lang. Die Landschaft sollte man wirklich gesehen haben, und mir ist auch wieder klar, warum diese Tour so beliebt ist. Am Wochenende sind freilich viele Wanderer unterwegs, zumal bei schönem Wetter und in der Hochsaison. Die Kähne fahren nur zu bestimmten Zeiten (abends bis 17 bzw. 18 Uhr) und auch nur von Frühling bis Herbst; man informiert sich also besser vorher, denn außerhalb der Zeiten sind diese zwei Abschnitte des Tales wirklich unpassierbar. Vom Ende der zweiten Kahnfahrt aus läuft man noch etwa zwei Kilometer zurück nach Hřensko. Fotos